Wiederbeginn des Unterrichts nach dem Zweiten Weltkrieg

Nachdem sich die Besatzungstruppen aus der Rektoratschule zurückgezogen hatten, wurde die Schule notdürftig instandgesetzt. Der Unterricht konnte daher bereits am 18. Oktober 1945 als erste höhere Schule der Umgebung wieder aufgenommen werden. Allerdings mussten sich sämtliche Lehrkräfte vorher einer Überprüfung durch die Britische Militäradministration unterziehen, die alle ohne Ausnahme bestanden. Zudem mussten sie eine Erklärung unterschreiben, die folgenden Inhalt hatte.

Erklärung Rose

Die Schülerfrequenzen, immer ein Indiz für die Akzeptanz in der Bevölkerung, stiegen dann in den Nachkriegsjahren sprunghaft an. So nahm man im Oktober 1945 mit 312 Schülerinnen und Schülern den Unterricht wieder auf. Selbst in den Kriegsjahren sank die Schülerzahl an der Rektoratschule nur unwesentlich. Im Kriegsjahr 1944 besuchten beispielsweise immerhin noch 233 Schülerinnen und Schüler den Unterricht an der Rektoratschule. Der enorme Anstieg der Schülerzahlen hatte natürlich die Konsequenz, dass man von seiten der Stadt Oelde um eine Aufstockung des Lehrpersonals nicht länger umhinkam. Während die 9. Planstelle von der Stadtvertretung im Schuljahr 1947/48 bewilligt wurde, kam man dem Wunsch des Rektors Roeloffzen nach einer 10. Planstelle im darauffolgenden Schuljahr 1948/49 nicht nach. Mit dem Hinweis auf die bestehende Währungsreform und die immer knappen Kassen begründeten die Stadtvertreter ihre Weigerung.

So konnten erstmals von 98 neu angemeldeten Kindern lediglich 47 Kinder, 25 Jungen und 22 Mädchen, aufgenommen werden. Aber auch die internen Aufnahmeprüfungen schufen böses Blut, da 30 Kinder die Prüfung zwar bestanden, aber leider nicht angenommen werden konnten, da die Kapazitäten erschöpft waren.

Kollegium 1949
Lehrerkollegium 1949

Im Jahr 1949 unterrichteten folgende Lehrkräfte an der Rektoratschule:
Schulleiter: Johannes Roeloffzen
Lehrerinnen: Maria Borgas, Maria Klein, Antonia Rosendahl, Getrud Trostheide,
Lehrer: Christoph Rose, Franz Hüntmann, Alfons Bureick, Bruno Sauerland, Walter Günther, Hermann Exeler
Im Jahr 1949 fielen die Kommissionsprüfungen zur Erlangung des Abschlusszeugnisses weg. In das Jahr 1949 fiel auch die 100-Jahrfeier, die aufgrund der äußeren Umstände relativ bescheiden ausfiel.

Foto 100. Jahresfeier

Die Schule erteilte nun eigenständig die Abschlusszeugnisse. Das Jahr 1951 stellte für die Rektoratschule etwas Besonderes dar. Die grundständigen Mittelschulen wurde laut Kultusministererlass in "Realschulen" umbenannt.

Foto Mädchenklasse a

Foto Mädchenklasse b

Aber wichtiger als die formale Umbenennung war die Grundsteinlegung zum Neubau der nunmehr Städtischen Rektorat- und Realschule am 13. März 1951. Im Jahr 1952 wurde dann der erste Bauabschnitt feierlich eingeweiht.

Der Zweite Bauabschnitt wurde dann im Jahr 1954 (15. März 1953) mit einem kommunalen Zuschuss von DM 458.000,- bewilligt und konnte bereits im Jahr 1956 bezogen werden. Im Jahr 1967 entsteht der so dringend benötigte Erweiterungsbau. Zu den bestehenden Klassenräumen kamen nun acht Klassenzimmer, ein Musikraum, eine Aula, ein Lehrerzimmer, Verwaltungsräume, Schüler- und Lehrerbücherei und ein Sanitätsraum hinzu, welche zwei Jahr später bezogen werden konnten. Damit waren erst einmal die räumlich-materiellen Rahmenbedingungen für die Städtische Realschule abgeschlossen. Sie hatte damit auf die steigenden Schülerzahlen sehr zügig reagiert. Allgemein kann konstatiert werden, dass die Stadt Oelde über den gesamten Zeitraum hinweg ihre Rektorat- bzw. Realschule immer gut ausgestattet und finanziell unterstützt hat. Es bleibt zu hoffen, dass dies auch bei immer schmaleren Stadtkassen in der Zukunft noch weiter anhält, auch wenn große Ereignisse den Finanzhaushalt belasten sollten.

Foto Richtfest

Foto Bauabschnitte a

Foto Bauabschnitte b