Die Schülerfrequenzen der Rektorat- und Realschule Oelde

Wenn Schülerzahlen ein Indikator für die Akzeptanz einer Bildungsanstalt in einer Stadt oder einer Region sind, dann belegt die quantitative Erhebung an der ehemaligen Rektoratschule und jetzigen Realschule Oelde, dass die Oelder Bevölkerung und die umliegenden kleineren Ortschaften diese höhere Bildungsanstalt gut angenommen hatte. Leider konnten nur exakte Frequenzen für den Zeitraum von 1889 bis 1998 ermittelt werden. Es ließen sich zwar vereinzelt für verschiedene frühere Jahrgänge Schülerzahlen feststellen, aber ein kontinuierlicher Schulbesuchsverlauf war aufgrund der lückenhaften Quellenlage nicht mehr rekonstruierbar und erst ab dem Jahr 1889 möglich. Gleichwohl erlaubt das statistische Zahlenmaterial über einen großen Zeitraum einige Schlussfolgerungen.

Waren vor 1889 vereinzelt bereits Schülerzahlen von 40 und mehr zu finden, so stabilisieren sich um die Jahrhundertwende die Schülerfrequenzen auf einem nahezu gleichbleibend hohen Niveau um die 100 Schüler. Einem leichten Rückgang nach der Jahrhundertwende folgt ein kontinuierlicher Aufstieg mit dem vorläufigen Höhepunkt im Jahr 1917 von 105 Schülern. Zu diesem Zeitpunkt platzte die Rektoratschule bereits aus allen Nähten. Die rückläufigen Schülerzahlen in der Zeit der Weimarer Republik (ab dem Jahr 1925) und während des Nationalsozialismus bis zum Jahr 1938 lassen Vermutungen zu, dass hier bereits die geburtenschwachen Jahrgänge greifen. Das Jahr 1939 stellt dann einen Wendepunkt dar. Durch die Zusammenlegung der Höheren Töchterschule mit der Rektoratschule wurden die Schülerzahlen mehr als verdoppelt (102 Schülerinnen und Schüler) und gaben den Startschuss für eine Expansion, die bis zum Jahr 1954 mit dem vorläufigen Maximalwert von 427 endeten. Dieser kräftige Zuwachs ist mit großer Wahrscheinlichkeit u.a. auf die zahlreichen Kinder der Ostvertriebenen zurückzuführen, die gerade ab dem Jahr 1949 verstärkt in die Real- und Rektoratschule drängten. Das Jahr 1962 verzeichnete einen kleinen Rückgang der Schülerzahlen. Das neu errichtete Gymnasium nahm seine Arbeit auf. Dem leichten Rückgang in den Folgejahren folgte ein explosionsartiger Anstieg ab dem Jahr 1967 mit dem Maximalwert von 810 im Jahr 1978. Dies ist trotz der Konkurrenz durch das neue Gymnasium in Oelde u.a. auf die geburtenstarken Jahrgänge zurückzuführen. Zum anderen belegen diese hohen Schülerfrequenzen aber auch, dass die gute Arbeit der Realschule von der Wirtschaft in Oelde und von der Oelder Bevölkerung dankbar angenommen wurde. Im Jahr 1998 besuchten 525 Schülerinnen und Schüler die Realschule.

Entwicklung der Schülerzahlen

Dr.R.Großbröhmer